Ein Albtraum, den man sich kaum vorstellen möchte: Durch einen Unfall oder eine Unachtsamkeit landet das Auto plötzlich in einem Gewässer. Innerhalb weniger Minuten steigt das Wasser im Innenraum – und das Fahrzeug beginnt zu sinken. Doch wie kann man sich in dieser Situation retten?
Der ADAC hat genau das getestet – und zwei mögliche Wege zur Selbstrettung gefunden.
Wichtigste Regel: Sofort handeln!
Wer glaubt, im Auto auf Rettung warten zu können, riskiert sein Leben. Durch kleinste Spalten dringt Wasser ein, und schon nach wenigen Minuten ist das Fahrzeug komplett vollgelaufen.
Die wichtigste Empfehlung des ADAC lautet deshalb: Keine Zeit verlieren – sofort den Ausweg suchen!
Der beste Fluchtweg: durch das Seitenfenster
Der sicherste Weg aus dem sinkenden Auto führt laut ADAC über das Seitenfenster.
In Praxistests gelang Tauchern auf diesem Weg die Flucht in weniger als einer Minute.
Die Türen sind dagegen kaum eine Option: Der Wasserdruck von außen macht sie nahezu unüberwindbar. Selbst nach einem Druckausgleich lassen sie sich nur mit enormer Kraft öffnen – zu spät für die meisten Insassen.
Elektrische Fensterheber funktionieren (noch) im Wasser
Im Test arbeiteten elektrische Fensterheber auch unter Wasser – allerdings nur kurz. Deshalb gilt:
➡️ Fenster sofort öffnen, sobald das Fahrzeug im Wasser liegt. Je länger man wartet, desto höher die Gefahr, dass Elektronik und Mechanik versagen.
Falls das Öffnen nicht mehr möglich ist, bleibt nur der Griff zum Nothammer. Doch Achtung: Viele moderne Fahrzeuge besitzen doppelt verglaste Seitenscheiben, die sich kaum einschlagen lassen. Hier hilft nur eins: Nach hinten klettern und die Heckscheibe einschlagen. Diese ist bei den meisten Autos nur einfach verglast – und damit die letzte Chance auf Rettung.
Und was ist mit Elektroautos?
Viele fürchten, dass bei einem Unfall mit einem Elektroauto im Wasser Stromschlaggefahr besteht.
Der ADAC gibt Entwarnung: Eine elektrische Gefahr besteht nicht. Zwar waren nach dem Test sowohl das E-Auto als auch das Fahrzeug mit Verbrennungsmotor nicht mehr fahrbereit, aber – erstaunlich genug – beim E-Auto funktionierte die Bordelektronik sogar unter Wasser noch kurzzeitig.
Fazit
Ein Unfall im Wasser ist ein extremer Ausnahmefall – aber einer, auf den man vorbereitet sein kann.
Wer im Ernstfall ruhig bleibt, Fenster schnell öffnet oder einen Nothammer griffbereit hat, hat die besten Überlebenschancen.