Winterzauber über Ostfriesland
Moin, Ihr Lieben!
Na, habt ihr „Elli“ auch noch in den Knochen – oder lieber gesagt, im Herzen? Ich muss zugeben, als sich die Schneeflocken an jenem Wochenende wie wild im Wind drehten, hat es mich ein bisschen in meine Kindheit zurückversetzt. Seit Jahren hat es in Ostfriesland nicht mehr so geschneit! Ich saß bei einer Tasse schwarzen Tee am Fenster, die Kluntjes knackten leise, und draußen tanzten die Flocken über die Felder – ein Anblick, den man hier oben nicht alle Tage hat.
Natürlich, „Elli“ war kein Kindergeburtstag – Straßen wurden gesperrt, Züge blieben stecken, und die Autobahn war teils dicht. Aber, Hand aufs Herz: dieser Sturm hatte auch seine schöne Seite. Denn Ostfriesland wurde für ein paar Tage in ein echtes Wintermärchen verwandelt.
Eine Landschaft im weißen Zauber
Wenn man frühmorgens hinausging, war es, als wäre die Welt in Watte gepackt. Die Kühe und Schafe standen staunend im Stall und die alten Windmühlen wirkten fast wie gemalt. Vom Dollart bis nach Norden-Norddeich – alles lag unter einer dicken Schneedecke.
Besonders schön fand ich, wie kreativ die Ostfriesen wurden: Überall entstanden riesige Schneemänner – richtige Kunstwerke, einige mit Möwenfedern als Hut oder mit bunten Eimern auf dem Kopf. In manchem Vorgarten stand ein Iglu, so groß, dass man darin tatsächlich sitzen konnte! Kinder zogen mit Holzschlitten los, lachten, rutschten, fielen, standen wieder auf – und die Eltern hatten mindestens genauso viel Spaß. So viele glückliche Gesichter hat man lange nicht gesehen.
Ich hab meinen Pfotenfreund Fiete kaum wieder ins Haus bekommen – er stürzte sich mit solcher Begeisterung in die Schneehügel, dass er aussah wie ein kleiner gestiefelter Schneetroll. Und als die Sonne sich dann kurz blicken ließ und der Schnee zu glitzern begann, lag über allem dieses unvergleichliche Gefühl von Ruhe und Frieden.
Gemeinschaft und Heimatgefühl im Sturm
In solchen Tagen merkt man, was Ostfriesland so besonders macht: Wenn’s drauf ankommt, halten wir zusammen. Nachbarn schaufelten sich gemeinsam die Wege frei, man brachte heißen Tee vorbei, half beim Schneeschieben oder lud spontan zum „Iglu-Teeabend“ ein – ja, tatsächlich!
Ich hab sogar gehört, dass in Leer und Wittmund Familien kleine Rodelberge präpariert haben – mit allem, was der Garten hergab: Bretter, Planen und jede Menge Herzblut. Und dann rodelten sie, bis die Wangen glühten und der Atem kleine Wölkchen in die Winterluft malte.
Kein Vergleich zu ’78/’79 – aber ein Winter fürs Herz
Natürlich, wer sich noch an den legendären Schneewinter 1978/1979 erinnert, weiß: Elli war dagegen zahm. Damals war Ostfriesland tagelang abgeschnitten, ganze Züge verschwanden unter Schneewehen – eine andere Zeit. Aber trotzdem: Was Elli uns geschenkt hat, war ein kleines Stück Winterwunder. Eine Erinnerung daran, dass Natur etwas Magisches hat, wenn sie zeigt, wer hier das Sagen hat.
Und wenn man abends am Ofen sitzt, den Tee in der Hand hält, während draußen der Wind heult und der Schnee glitzert, dann wird einem bewusst: Solche Momente sind selten – und genau deshalb so kostbar.
Bleibt warm, genießt den Winter – und wer weiß, vielleicht bringt uns der nächste Sturm wieder ein kleines bisschen Zauber an die Küste.
Herzliche Grüße von der verschneiten Nordsee,
Eure Deike